Sozialethik der internationalen Anwerbung von Gesundheitsfachpersonal
Ein DFG-gefördertes Forschungsprojekt der Christlichen Sozialethik
(2025–2028)
Das Projekt arbeitet ein Gesamtbild der sozialethischen Herausforderungen der internationalen Anwerbepraxis von Gesundheitsfachpersonal aus, indem es drei Akteursebenen unterscheidet:
Teilprojekt 1
(Leitung: Christof Mandry, Durchführung: Moritz Broghammer, Goethe-Universität Frankfurt/Main)
Teilprojekt 1 untersucht die Ebene der internationalen Regulierung. Es setzt sich mit den bestehenden Abkommen wie dem WHO Global Code of Practice on the International Recruitment of Health Personnel auseinander und analysiert die Rollen und Positionen von WHO, ILO sowie von privaten international agierenden Anwerbeorganisationen.
Teilprojekt 2
(Leitung: Bernhard Emunds, Durchführung: Lisa Neubauer, Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen)
Teilprojekt 2 analysiert die Anwerbung von Fachpersonal durch Akteure des deutschen Gesundheitssystems. Es erforscht dabei das ethische Profil der Anwerbe- und Integrationspraktiken kirchlicher und anderer nicht-staatlicher Akteure sowie deren politische Regulierung.
Teilprojekt 3
(Leitung: Jonas Hagedorn, Durchführung: Leonie Uliczka, Theologische Fakultät Paderborn)
Teilprojekt 3 steuert die Perspektive eines Herkunftslands von Gesundheitsfachpersonal bei, indem es exemplarisch das Zusammenspiel staatlicher und privater Akteure im Rahmen der Anwerbung aus Mexiko und deren Auswirkungen u.a. auf das mexikanische Gesundheitssystem in den Blick nimmt.
Alle drei Teilprojekte arbeiten eng zusammen und orientieren sich an einem gemeinsamen methodischen Vorgehen, das von deskriptiven über evaluative schließlich zu normativ-präskriptiven Arbeitsschritten und Reflexionen führt. So folgt auf die deskriptive Klärung der zentralen Rahmenbedingungen jeweils eine empirische Bestandsaufnahme der Problemstellungen und der Diskussionslage. Dafür wird in Teilprojekt 1 eine Diskursanalyse durchgeführt; in den Teilprojekten 2 & 3 erfolgt die Analyse auf Grundlage von Expert:inneninterviews.
In der anschließenden ethischen Evaluation werden diese im Rahmen sozialwissenschaftlicher Diskussionen ausgewertet und unter Rückgriff auf sozialethische Theoriebildung systematisiert. Der abschließende normativ-präskriptive Arbeitsschritt umfasst die Entwicklung eines integrierenden sozialethischen Konzepts unter kritischer Auseinandersetzung mit den systematisierten Ergebnissen der vorherigen Arbeitsschritte. Daraus werden zuletzt Kriterien für eine Bewertung politischer Handlungsmöglichkeiten auf allen drei Akteursebenen entwickelt und Empfehlungen für konkrete politische Maßnahmen abgeleitet.
Kontakt
Allgemeine (Presse-)Anfragen
Heike Probst
Referentin Presse-/Öffentlichkeitsarbeit
Theologische Fakultät Paderborn
Telefon: +49 5251 121-720
E-Mail: h.probst@thf-paderborn.de
Mobil: +49 176 56964717
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